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Blinden-Schreibmaschinen

Oskar Picht, der Erfinder der BlindenschreibmaschineOskar Picht, geboren am 27. Mai 1871 im vorpommerschen Pasewalk, erhielt nach erfolgreicher Lehrerausbildung und entsprechender Fachbildung als Blindenlehrer 1899 eine ordentliche Lehrerstelle in der Staatlichen Blindenanstalt in Berlin-Steglitz. Der Dienst an den Blinden wurde zu seiner Lebensaufgabe, der er 36 Jahre lang seine Kräfte widmete.1912 wurde er von der Posenschen Landeshauptverwaltung zum Direktor der Provinzial-Blindenanstalt Bromberg erwählt, wo er 1914 bis 1920 auch die Kriegsblindenfürsorge leistete. 1920 wurde er zum Direktor der Staatlichen Blindenanstalt in Berlin-Steglitz berufen. Sein Leben und Wirken war ständig darauf gerichtet, das Leben der Blinden zu erleichtern. Weithin bekannt wurde Picht durch seine Erfindungen, die dem obigen Ziel dienten. Schon 1899 schuf er seine Schreibmaschine für Blindenpunktschrift, die Weltruf errang und 1907 auf der Internationalen Schreibmaschinen-Ausstellung in Venedig mit dem höchsten Preis, der Goldenen Medaille, ausgezeichnet wurde. Die fabrikmäßige Fertigung dieser Maschine wurde von „Wernicke, Edelmann & Co, Berlin“, die bis dahin die bekannte „Edelmann“-Schreibmaschine herausgebracht hatten, übernommen.1906 ging diese Fabrik in den Besitz von „Herde & Wendt“ und 1919 auf deren Söhne über, die diese Maschine mit ständigen Verbesserungen in der Folgezeit in großen Stückzahlen herstellte.Weitere Erfindungen Pichts waren zwischen 1907 und 1910 die Blindenschreibmaschine für gewöhnliche Schrift, die Doppelschriftmaschine für Punkt- und geperlte Lateinschrift, die Stenographiermaschine für Punktschrift auf Streifenpapier und ein Verständigungsapparat für Taubstummblinde. Die Blindenschreibmaschine für PunktschriftDer Grundform der Punktschrift nach dem System von Louis Braille (s.u.) entsprechend, besitzt die Bindenpunktschriftmaschine außer der Abstandstaste nur 6 Tasten, die mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger beider Hände angeschlagen werden. Die Klaviatur ist so eingerichtet, dass sie unter Zuhilfenahme des Handballens mit der rechten Hand allein bedient werden kann, während die linke Hand für das Ablesen des Manuskripts und für das Nachprüfen des Geschriebenen frei bleibt. Durch gemeinsames Anschlagen mehrerer Tasten erhält man auf einen Druck einen Buchstaben oder ein Sigel der Blindenkurzschrift. Das für die Blindenschrift besonders gefertigte zähe und starke Papier wird um eine Holzwalze aufgerollt, die es zum Festhalten in einem Spalt bzw. unter einer Klappe aufnimmt. Die Punktschreibmaschine besitzt alle Einrichtungen, wie selbständige Fortführung des Papiers, Zeilengeradheit, Regulierung der Schrifthöhe, sofortige Lesbarkeit der Schrift, Zeilenschlussglocke, Rückgangeinrichtung sowie Ausschaltung und Freilauf des Papierwagens.Eine Blindenpunktschriftmaschine nach dem System Picht wurde noch bis 2011 gebaut unter dem Namen „Erika–Picht“ von der Firma „multi-tech GmbH“ in Dresden. Die Firma existiert heute nicht mehr.

Original "Picht" von Herde & Weimann Berlin, 1912, # 68.425

Mechanische Werkstatt für Blindenhilfsmittel der DDR, Burgauenstr. 9 7033 Leipzig, 1974, # 98.777(vorm. Fa. Karl Neubert)

Erika-Picht, Modell 501/1 Baujahr ca. 1980 vom VEB Schreibmaschinenwerk Dresden

Die Blindenschreibmaschine



Sächsische Schreibmaschinen